Im Herbst soll es mit Fischklub, Sharks, Familiengottesdiensten … wieder losgehen:

Das erste Kinderfrühstück in Bürmoos ist für Samstag, 25.9. geplant.

Die Termine in Neumarkt werden auf eure Stundenpläne abgestimmt, einfach bei Doris nachfragen oder direkt bei Susi oder Manuela melden.

Bitte auf jeden Fall kurzfristig die Homepage checken!

Wie fand Jesus eigentlich seine ersten Freunde? Zum Vorlesen oder Selbst-Lesen

Der Olivenbauer und der Menschenfischer

  „He! Kannst du nicht aufpassen?“

„Entschuldigung, ich war total in Gedanken!“

„Ein Tagträumer, das hat mir gerade noch gefehlt. Und meine Oliven kullern jetzt in der ganzen Gasse herum. Dabei wollte ich gerade zum Pressen.“

„Nochmals Entschuldigung. Es tut mir wirklich leid. Warte, ich helfe dir aufsammeln. Du bist also Olivenbauer, ja?“

„Ja, meine Oliven sind die besten in der Gegend. Daraus wird ein wunderbares Olivenöl. Was machst du so außer tagträumen?“

„Ich bin Menschenfischer.“

„Menschenfischer?“

„Na ja, mein Beruf ist eigentlich Fischer. Aber seit kurzem ist nichts mehr, wie es einmal war. Vor einigen Nächten war ich wie immer mit meinem Boot draußen. Die ganze Nacht habe ich gefischt, immer wieder meine Netzte ausgeworfen, aber ich habe einfach nichts gefangen. Das ist frustrierend, kann ich dir sagen. Im Morgengrauen bin ich dann zurück zum Ufer. Bei Tageslicht fängt man erst recht nichts. Ich war erledigt und müde aber trotzdem habe ich das Schlafen noch verschoben, um mein Netz in Ordnung zu bringen. Ich wollte auch die kleinsten Löcher flicken, damit mir in der nächsten Nacht ja kein Fischlein entkommt. Da entsteht auf einmal ein riesen Tumult und immer mehr Menschen kommen ans Ufer. Einer sagt zu mir: ‚Simon, ich brauche dich und dein Boot. Bitte rudere mich ein Stück hinaus.’ Mit so einer Macht hat er das gesagt und gleichzeitig so freundlich, dass ich nicht anders konnte. Dabei taten mir die Arme noch von meiner nutzlosen Arbeit in der Nacht weh. Ich habe ihn also ein Stück hinausgerudert und er hat von dort aus zu den Menschen gesprochen. Sie haben ihm fasziniert zugehorcht. Auch mich hat er in seinen Bann gezogen. Er schien ein Rabbi zu sein. Aber so wie ihn habe ich in der Synagoge noch nie über die Schriften und das Wort Gottes reden hören. Als er fertig war, wollte ich ihn am Ufer wieder absetzen und endlich nach Hause gehen. Aber er sagt zu mir: ‚Nein, Simon. Nimm dein Netz und fahre nochmals hinaus.’ ‚ Nochmals raus?’, dachte ich. ‚Wo ich schon in der Nacht nichts gefangen habe, was soll ich da meine Netze am hellen Tag auswerfen?’. Aber er sprach so bestimmt, dass ich meinen Mund gehalten habe. Lange Rede, kurzer Sinn – mein Netz wurde so voll, dass ich es kaum ins Boot bekam. Aber er wollte nicht, dass ich beim See, bei meinem Boot und den Fischen bleibe. Ich sollte mit ihm kommen. ‚Simon Petrus’ sagte er, du sollst Menschenfischer werden.’ Jetzt bin ich hier. Meilenweit von meinen Netzen entfernt.“

„Bist du alleine mit ihm unterwegs? Wie heißt er eigentlich?“

„Jesus heißt er. Jesus Ben Josef. Er ist der Sohn des Zimmermanns Josef aus Nazareth. Und nein, wir sind nicht alleine unterwegs. Es schließen sich uns immer wieder Menschen für ein Stück des Weges an. Einige hat er gebeten, mit ihm zu ziehen. Mein Bruder Andreas ist auch mit von der Partie, sowie zwei weitere Brüder, Jakobus und Johannes. Mit denen wird es nie langweilig.“

„Seid ihr alle Fischer?“

„Nein, nein! Nur einige von uns zwölf sind Fischer von Beruf. Manche von uns wollen einen Fisch nicht einmal anfassen – und wissen schon gar nicht, wie man ihn ausnimmt. Aber das ist ja auch nicht notwendig. Jeder von uns übernimmt andere Aufgaben und kann sich anders einbringen. Und halte mich nicht für verrückt, wenn ich dir sage, dass er sogar Frauen in seiner Nähe duldet. Was sage ich duldet! Letztens waren wir bei zweien zu Gast, bei Maria und Martha. Martha hat mich an meine Mutter erinnert. Sie war sehr besorgt, dass ihren Gästen nichts fehlt. Brachte eine Schüssel zum Waschen und achtete darauf, dass Jesus bequem saß. Arbeitete, dass es zu Trinken und zu Essen für uns gab. Aber die andere, ihre jüngere Schwester Maria setzte sich einfach zu seinen Füßen hin. Wie ein Schüler vor seinen Lehrer! Ein weiblicher Schüler. Eine Schülerin! Jesus sagte, dass es gut ist, so wie sie es macht. Doch für mich am außergewöhnlichsten ist es, dass er auch zu Kindern von Gott spricht und sie segnet.“

„Ihr scheint ja wirklich ein bunter Haufen zu sein. Weißt du was Menschenfischer, ich komme mit dir, um Jesus kennenzulernen.“

„Und deine Oliven?“

„Wenn nicht wieder jemand meine Behälter umwirft werden sie auch noch da sein, wenn ich zurückkomme.“

dh

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